Digitaler Zwilling als neue Geschäftsopportunität

Überblick Der Begriff «Digitaler Zwilling» bezieht sich im Wesentlichen auf die digitale Darstellung von physischen Vermögenswerten wie Infrastrukturen, Produktionsanlagen, Maschinen, Produkten oder Lieferkettennetzwerken. Es ist dabei nicht relevant, ob das

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Inhaltsverzeichnis

Überblick

Der Begriff «Digitaler Zwilling» bezieht sich im Wesentlichen auf die digitale Darstellung von physischen Vermögenswerten wie Infrastrukturen, Produktionsanlagen, Maschinen, Produkten oder Lieferkettennetzwerken.

Es ist dabei nicht relevant, ob das Gegenstück in der realen Welt bereits existiert oder erst in der Zukunft existieren wird.

Digitale Zwillinge ermöglichen einen übergreifenden Datenaustausch und können zum einen als Modelle realer Objekte genutzt werden und zum anderen Simulationen, Algorithmen und Services enthalten, welche die Eigenschaften oder das Verhalten des repräsentierten Objekts beschreiben, beeinflussen oder Dienste darüber anbieten.

Digitale Zwillinge entstehen durch die Integration zahlreicher Technologien, wie beispielsweise das Internet der Dinge (IoT), künstliche Intelligenz (KI), Edge- and Cloud-Computing oder Augmented- and Virtual-Reality.

Einsatzgebiete

Ein digitaler Zwilling kann viele Vorteile bieten, darunter höhere Effizienz, verbesserte Sicherheit, Kosteneinsparungen und fundiertere Entscheidungen.

Digitale Zwillinge ermöglichen eine vorausschauende Wartung, eine verbesserte Systemleistung und intelligentere Produktdesigns. Mit digitalen Zwillingen können Designer und Ingenieure verschiedene Ideen in einer virtuellen Umgebung testen und bewerten, bevor sie sie in der realen Welt einsetzen.

Ein digitaler Zwilling kann viele Vorteile bieten, darunter höhere Effizienz, verbesserte Sicherheit, Kosteneinsparungen und fundiertere Entscheidungen.

Cross Innovation Network

Darüber hinaus können digitale Zwillinge Echtzeit-Feedback und -Analysen liefern, um Unternehmen auf potenzielle Probleme oder Chancen aufmerksam zu machen, so dass sie proaktiv handeln können. Folgend ein paar Beispiele:

  • Fertigung: Digitale Zwillinge können in der Fertigung zur Überwachung und Optimierung des Produktionsprozesses eingesetzt werden. Dies könnte die Verfolgung der Leistung von Maschinen in Echtzeit, die Vorhersage des künftigen Wartungsbedarfs und die Optimierung von Produktionsplänen umfassen.
  • Intelligente Gebäude: Digitale Zwillinge können zur Überwachung und Verwaltung des Betriebs von Gebäudesystemen wie Heizung, Kühlung und Lüftung eingesetzt werden. Dazu gehören die Überwachung und Optimierung des Energieverbrauchs, die Vorhersage des Wartungsbedarfs und die Kontrolle des Zugangs zum Gebäude.
  • Gesundheitswesen: Digitale Zwillinge können zur Überwachung und Analyse von Gesundheitsdaten von Patienten eingesetzt werden, z. B. von Vitaldaten und medizinischen Bildern, um eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Krankheiten zu ermöglichen.
  • Logistik: Digitale Zwillinge können zur Verfolgung von Warenbewegungen und zur Optimierung von Lieferkettenabläufen eingesetzt werden. Dazu gehören die Überwachung der Leistung von Lieferfahrzeugen und die Vorhersage von Lieferzeiten.
  • Autonome Fahrzeuge: Digitale Zwillinge können zur Überwachung und Steuerung von autonomen Fahrzeugen, wie selbstfahrenden Autos und Drohnen, eingesetzt werden. Dies kann dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden und die Effizienz zu verbessern.

Trend Prognose

Die Prognose dieses Trends ist sehr positiv. Es wird erwartet, dass sich digitale Zwillinge in naher Zukunft branchenübergreifend weiter durchsetzen werden.

Es wird erwartet, dass sich digitale Zwillinge in naher Zukunft branchenübergreifend weiter durchsetzen werden.

Cross Innovation Network

Es wird erwartet, dass der Markt für digitale Zwillinge bis 2027 einen Wert von 61,45 Mrd. USD erreichen wird, was im Prognosezeitraum 2022–2027 einer CAGR von 34,48 % entspricht. Die folgenden fünf Beispiele geben in Bezug auf den “Gartner Hype Cycle for Emerging Technologies 2022” Richtungen an, wie sich der Trend weiterentwickeln könnte:

  • Zunehmender Einsatz von KI in Digital Twin-Anwendungen: KI und ML werden zu immer wichtigeren Komponenten von Digital Twin-Anwendungen, die es Unternehmen ermöglichen, große Datenmengen schnell zu analysieren und Anomalien, Trends und Korrelationen zu erkennen.
  • Autonome digitale Zwillingsanwendungen: Autonome digitale Zwillinge werden sich immer mehr durchsetzen und es Unternehmen ermöglichen, Prozesse und Entscheidungsfindungen auf der Grundlage der vom digitalen Zwilling erfassten Daten zu automatisieren.
  • Edge Computing in digitalen Zwillingsanwendungen: Edge-Computing-Funktionen werden eingesetzt, um eine schnellere Datenanalyse und verbesserte Entscheidungsfindungsmöglichkeiten näher an der Datenquelle zu ermöglichen.
  • Interoperabilität von Anwendungen des digitalen Zwillings: Die Standardisierung und Interoperabilität von Digital-Twin-Anwendungen wird es Unternehmen ermöglichen, diese problemlos in andere Systeme und Datenquellen zu integrieren.
  • Zunahme von Open-Source-Digital-Twin-Lösungen: Open-Source-Lösungen für digitale Zwillinge werden immer beliebter, da Unternehmen nach kostengünstigeren Möglichkeiten zur Entwicklung und Bereitstellung digitaler Zwillinge suchen.

Auszüge aus dem Cross Innovation Workshop

Die Experten Gruppe, welche am Cross Innovation Workshop teilgenommen hat, bestand unter anderem aus Vertretern der «Stadt Luzern» (Smart City), dem «Migros Genossenschaftsbund» (Digital Innovation), von «Schindler Aufzüge» (Digital Transformation), dem «Schweizerischen Baumeisterverband SBV» (Digital Transformation), von «Traveco Transporte» (Digital Transformation), von «Jura Elektroapparate» (Digital Innovation) und der «Bystronic Group» (Digital Transformation).

Die Experten der verschiedenen Branchen diskutierten und erarbeiteten gemeinsame Inhalte und Aussagen im Kontext der Digitalen Zwillinge.

Zum einen wurden Anwender-Bedürfnisse identifiziert und entsprechende Angebots-Möglichkeiten aus der branchenübergreifenden Erfahrungen der Teilnehmer beschrieben und bewertet.

Die Diskussion zeigte die eindeutige Tendenz, dass Digitale Zwillinge in einer Vielzahl von Branchen vermehrt zum Einsatz kommen, da sie den Anwendern zum einen Echtzeiteinblicke in die Leistung ihrer Systeme oder Prozesse bieten, zum anderen um Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Eine interne Umfrage bei den Teilnehmern ergab folgende Resultate:

 

Wie relevant ist der Trend für die B2B Geschäftswelt?5.4/6.0 Punkte (sehr relevant)
Wie hoch ist das disruptive Potential des Trends?4.5/6.0 Punkte (eher hoch)
Wann wird dieser Trend seine volle Kraft entfalten?2.8/6.0 Punkte (in ca. 4-5 Jahren)
Wie hoch ist das Risiko nichts zu tun?4.2/6.0 Punkte (eher hoch)

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