Subscription-based Business Models

Überblick Erlösmodelle auf Abo-Basis liegen zunehmend im Trend und gelten als zentraler Erfolgsfaktor vieler innovativer Geschäftsmodelle. Den Unternehmen bescheren Abo-Modelle stabile, vorhersehbare und planbare Umsätze sowie ein höherer Customer Lifetime

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Inhaltsverzeichnis

Überblick

Erlösmodelle auf Abo-Basis liegen zunehmend im Trend und gelten als zentraler Erfolgsfaktor vieler innovativer Geschäftsmodelle.

Den Unternehmen bescheren Abo-Modelle stabile, vorhersehbare und planbare Umsätze sowie ein höherer Customer Lifetime Value und eine stärkere Kundentreue.

Konsumenten dagegen profitieren von erhöhtem Komfort und einfachem Zugang. Gemäss einer Studie von «Deloitte» basiert der Trend zum Abo-Modell nicht wie oft angenommen, auf den Bedürfnissen der Kunden, sondern vielmehr auf Initiativen der Anbieter.

Die Kunden bevorzugen in der Regel nach wie vor einmalige Anschaffungen oder verbrauchsbasierte Modelle (pay-per-use). Für Anbieter leitet sich daraus ab, einen Schwerpunkt auf eine attraktive Preis-Leistungs-Struktur zu legen, da den Nutzern finanzielle Vorteile quer durch alle Abo-Kategorien mit Abstand das wichtigste Motiv darstellen.

Den Unternehmen bescheren Abo-Modelle stabile, vorhersehbare und planbare Umsätze sowie ein höherer Customer Lifetime Value und eine stärkere Kundentreue.

Cross Innovation Network

In der aktuellen Zeit der Digitalisierung nimmt die Zahl der Abo-Modelle jedoch kontinuierlich zu. Für Anbieter von digitalen Services wie beispielsweise für Medien- oder Software, ist dabei besonders der Skalierungseffekt attraktiv.

Einsatzgebiete

Abo-Modelle sind in einer Vielzahl von Branchen weit verbreitet, darunter Software, Medien, Bildung, Gesundheitswesen, Versicherungen, Einzelhandel, Lebensmittel, Mobilität, Kommunikation, Reisen oder Unterhaltung. Viele Unternehmen nutzen dieses Modell, um digitale Produkte und Dienstleistungen anzubieten, wie beispielsweise Streaming-Dienste, Cloud-Speicher oder Online-Kurse. Folgend ein paar konkrete Beispiele:

  • Software: Software-as-a-Service (SaaS) Lösungen bieten Zugang zu Software-Anwendungen und -Updates. Beispiele hierfür sind Adobe Creative Cloud (Arbeits-Werkzeug), Microsoft OneDrive (Datenspeicher), Google (Suchmaschine)
  • Einzelhandel: Einige Einzelhandelsdienste bieten den Kunden den Komfort, regelmässig kuratierte Artikel zu erhalten. Beispiele hierfür sind Outfittery (Kleider), Helvetibox (Nahrungsmittel), Koj (Möbel)
  • Mobilität: Der Wunsch mobil zu sein, erzeugt Verkehr in all seinen Ausprägungen. Beispiel für Mobility-as-a-Service (MaaS) sind Schweizerische Bundesbahn SBB (Bahn), Carify (Auto), TAP (Flugzeug)
  • Bildung: Anbieter für Aus- und Weiterbildung bieten vermehrt Zugang zu Online-Plattformen. Beispiele hierfür sind Babbel (Sprachen), Licklibrary (Musik), LinkedIn Learning (Beruf)
  • Unterhaltung: Gerade in der Unterhaltungsindustrie geht fast nichts mehr ohne Abo. Hier sieht man aktuell am deutlichsten, dass die Digitalisierung dafür gesorgt hat, dass aus dem guten alten (und nicht selten totgesagten) Abo ein hochmodernes Geschäftsmodell geworden ist. Beispiele hierfür sind Kindle (Bücher), Spotify (Musik), Netflix (Filme)

Trend Prognose

In Zukunft werden abo-basierte Geschäftsmodelle wahrscheinlich noch beliebter werden, da Unternehmen versuchen, ihre Einnahmequellen zu diversifizieren und von der Bequemlichkeit und Flexibilität, die diese Modelle bieten, zu profitieren.

In Zukunft werden abo-basierte Geschäftsmodelle wahrscheinlich noch beliebter werden.

Cross Innovation Network

Im Weiteren dürften die von diesen Diensten gesammelten Daten immer wertvoller werden und zur Verbesserung der Kundenerfahrung und zur Förderung weiterer Innovationen genutzt werden.

Neue Technologien wie KI und maschinelles Lernen werden dabei wahrscheinlich eine wichtige Rolle spielen, da sie es den Unternehmen ermöglichen, die Präferenzen der Kunden besser zu verstehen und die Dienste entsprechend anzupassen.

Gemäss einer Prognose von «Grand View Research» wurde der weltweite Markt für Abo-basierte Erlösmodelle im Jahr 2021 auf 4,77 Milliarden US-Dollar geschätzt und wird voraussichtlich von 2022 bis 2030 eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 16,1 % verzeichnen.

Es wird erwartet, dass die zunehmende Einführung von abo-basierten Geschäftsmodellen in verschiedenen Branchen, von der Fertigungsindustrie bis hin zu Finanzinstituten die Marktakzeptanz fördern wird.

Auszüge aus dem Cross Innovation Workshop

Die Experten Gruppe, welche am Cross Innovation Workshop teilgenommen hat, bestand unter anderem aus Vertretern von «Google» (Google Cloud), von «Victorinox» (Digital Business), von «Schindler Aufzüge» (Digital Services), von «Bosshard» (Digital Transformation), von «Betty Bossy» (Customer Experience), von «Smart City Bern» (Digital Experience), «Open Web Technology (Web Technology), «ELCA» (Strategy Consulting) und der «Bystronic Group» (Digital Transformation).

Die Experten der verschiedenen Branchen diskutierten und erarbeiteten gemeinsame Inhalte und Aussagen im Kontext von Abo-basierenden Services und Geschäftsmodellen. Zum einen wurden Anwender-Bedürfnisse identifiziert und entsprechende Angebots-Möglichkeiten aus der branchenübergreifenden Erfahrungen der Teilnehmer beschrieben und bewertet.

Die Diskussion zeigte die eindeutige Tendenz, dass Erlösmodelle auf Abo-Basis im B2B Umfeld noch viel Spielraum nach oben haben und in vielen Branchen das Bewusstsein in ein eigenes Abo-basiertes App-Ecosystem zu investieren bzw. dessen Vorteile zu nutzen noch unterdurchschnittlich ausgeprägt ist. Eine interne Umfrage bei den Teilnehmern ergab folgende Resultate:

 

Wie relevant ist der Trend für die B2B Geschäftswelt?5.1/6.0 Punkte (sehr relevant)
Wie hoch ist das disruptive Potential des Trends?4.8/6.0 Punkte (eher hoch)
Wann wird dieser Trend seine volle Kraft entfalten?2.6/6.0 Punkte (in ca. 5 Jahren)
Wie hoch ist das Risiko nichts zu tun?4.8/6.0 Punkte (eher hoc

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